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  Beschwichtigungssignale / Calming Signals
23.11.2004 von Admin

Beschwichtigungssignale / Calming Signals

Beschwichtigungssignale


Wir alle wissen es: In menschlichen Beziehungen hngt die Hlfte aller erfolgreicher Kommunikation von unserem Willen ab, zuzuhren, was das Gegenber zu sagen hat. Bei unseren Hunden jedoch tun wir uns eher schwer damit und betreiben hufig eine Einweg-Kommunikation: Wir teilen dem Hund etwas mit, und er soll lernen, das zu verstehen und angemessen darauf zu reagieren. Wir sprechen ZU unserem Hund und nicht MIT ihm.

Dabei haben uns unsere Vierbeiner viel zu sagen und teilen uns fortwhrend mit, wie sie sich fhlen. Sie verfgen ber ein umfangreiches Kommunikations-Repertoire, mit dem sie zu Artgenossen und Menschen gleichermaen "sprechen". Davon zu wissen und die Hundesprache zu verstehen, bringt ganz neue Qualitten fr unser Zusammenleben mit sich. Insbesondere das Wissen um die sogenannten "Beschwichtigungssignale" erffnet ganze Tore zur Hundewelt.

 

Was sind Beschwichtigungssignale?

Beobachtungen an frei lebenden Wlfen haben gezeigt, dass sie Meister im Konfliktlsen sind. Sie vermeiden Auseinandersetzungen, wann immer es geht. In diesem Zusammenhang hatte man schon relativ frh erkannt, dass Wlfe ber ein umfangreiches Repertoire an Signalen verfgen, die dazu dienen, Konflikte zu entschrfen und Spannungen abzubauen. Allerdings wurden sie lange Zeit nicht richtig erforscht, auerdem hatte man ihre Existenz nicht auf die Hundewelt bertragen.

Dies alles war Anlass fr die norwegische Hunde-Expertin und -Trainerin Turid Rugaas, Ende der 1980er Jahre eine Untersuchung zu starten. Hunderte von Hunden wurden beobachtet, es entstanden Videos und Diaserien. Das Ergebnis war eindeutig: Auch die Hunde wenden regelmig konfliktlsende Signale an - von Welpenbeinen an bis ins hohe Alter. Jeder Hund, berall auf der Welt, sendet diese Signale aus und kann sie seinerseits auch lesen. Eine Vielzahl verschiedener so genannter "Calming Signals" (Beschwichtigungssignale) wurde identifiziert.

 

 

Wann werden die Beschwichtigungssignale angewandt?

Unsere Hunde senden immer dann Beschwichtigungssignale aus, wenn sie etwas beunruhigt oder sie merken, dass jemand anderes - Hund oder Mensch - beunruhigt ist. Sie beschwichtigen damit sich selber genau so wie ihr Gegenber bzw. das, was sie beunruhigt.

Diese Signale werden bei der Begegnung mit Artgenossen genau so angewandt wie im Umgang mit uns Zweibeinern - mit nur einem Unterschied: Hunde erhalten unter ihresgleichen immer eine Antwort auf ausgesandte Beschwichtigungssignale. Das Gegenber signalisiert "Alles klar, ich habe erkannt, dass du beunruhigt bist - von mir geht keine Gefahr aus, entspann dich wieder". Der Umgang mit Menschen hingegen kann fr den Hund frustrierend sein. Er spricht zu uns, teilt uns seine Befindlichkeit mit - und wir antworten ihm nicht. Oder noch schlimmer: Wir bestrafen ihn manchmal sogar, wenn er Calming Signals zeigt, weil wir seine Beschwichtigungsversuche irrtmlich als Ungehorsam oder Sturheit deuten.

Tun wir also etwas fr unsere Beziehung und werfen einen Blick auf das groe Repertoire an Beschwichtigungssignalen, ber die auch unser persnlicher Vierbeiner verfgt.

 

 

Welche Beschwichtigungssignale gibt es?

Bestimmt haben Sie das ein oder andere der folgenden Beschwichtigungssignale schon bei Ihrem Hund beobachtet. Die Auflistung ist brigens nicht abschlieend, sondern beinhaltet nur die "gngigsten" - es gibt noch mehr! brigens: Die Bilder, die Sie zur Illustration sehen, sind allesamt nicht extra fr diesen Zweck geschossen worden. Wir haben einfach unsere eigenen Fotos durchgeschaut - und eine Menge Beschwichtigungssignale entdeckt.

 

  Schlecken der Nase / Zngeln

Das "Zngeln" gehrt wohl zu den am hufigsten angewandten Calming Signals. Es kann ganz kurz sein, aber auch deutlich wahrnehmbar gezeigt werden. Auf dem Bild rechts beschwichtigt Border Collie Coda, weil ihm menschliche Hnde im gemeinsamen Spiel zu nahe kommen. Unten links scheint es Beagle Asta in der Hundegruppe zu eng zu werden. Auerdem ist die Kamera direkt auf sie gerichtet: Sie zngelt. Im Bild unten rechts hat sich ein Mensch mit Fotoapparat ber die beiden Hunde gebeugt - einer der beiden Hunde reagiert mit einem Beschwichtigungssignal. Auch, wenn wir Menschen gereizt oder aufgeregt sind, reagieren Hunde hufig mit Zngeln, um uns zu beruhigen.

 

 

  Blinzeln

Hunde beschwichtigen auch, indem sie die Augen zusammenkneifen oder blinzeln. Einige senken auch den Blick oder lassen die Augen von rechts nach links wandern. Das kommt zum Beispiel vor, wenn wir unseren Hunden ins Gesicht starren oder die Kamera auf sie richten, genau so aber im Kontakt zu anderen Hunden. Im Bild rechts beschwichtigt der Foxhound in einer Hundegruppe. Er kneift die Augen zusammen und dreht den Kopf zur Seite. Der Beagle links hat mit einem Zngeln reagiert - man sieht gerade noch seine Zungenspitze in der Schnauze verschwinden.

Auf den beiden Bildern unten posieren Sheltie Sun und Beagle Asta fr ein Foto am Meer. Asta hat sich ins "Platz" gelegt, Sun sitzt daneben. Die zwei sind dicht beieinander, beschwichtigen jedoch nicht, solange sie beide nach vorne gucken. Sobald Sun ihren Kopf jedoch in Astas Richtung dreht, kneift diese die Augen zusammen.

 

  Den Kopf zur Seite drehen

Das Abwenden des Blickes oder sogar des gesamten Kopfes ist ein oft zu beobachtendes Beschwichtigungssignal. Ohnehin gilt direkter Blickkontakt unter Hunden als unhflich und wird demnach tunlichst vermieden. Die Beagles auf den ersten drei Bildern beschwichtigen unter der - wenn auch wohlgemeinten - Einwirkung von Zweibeinern und schauen zur Seite.

Auf dem nchsten Bild zeigt Beagle Asta, dass sie sich in der Enge zwischen Menschen und Artgenossen unbehaglich fhlt, ein Foto weiter beschwichtigt sie, als ein anderer Vierbeiner Kontakt aufnimmt. Auf dem letzten Bild ist die auf die Hunde gerichtete Kamera Auslser fr Calming Signals: Der Foxhound schaut zur Seite, der Beagle blinzelt.

 

  Ghnen

Auch das haben Sie bestimmt schon bei Ihrem Hund gesehen. Vielleicht ghnt Ihr Hund auch ab und an, wenn Sie Anstalten machen, zum Spaziergang aufzubrechen und er das alles sehr aufregend findet. Dann beruhigt er sich selber durch das Ghnen. Auf unserem Bild rechts posieren die Beagles Lina  und Jacko fr ein Foto. Bei so viel Krperkontakt wendet Jacko den Kopf ab und ghnt. Unten wird Beagle Asta von Frauchen in eine wrmende Decke gehllt. Offensichtlich ein bisschen zu viel Nhe, in Kombination mit der auf sie gerichteten Kamera: Asta dreht den Kopf zur Seite und ghnt. Beschwichtigungssignale wie aus dem Bilderbuch zeigen Asta und Labrador Oscar: So eng beieinander, dreht Oscar den Kopf zur Seite und ghnt, Asta wendet sich ebenfalls ab und blinzelt.

Border Collie Coda fhlt sich angesichts der nahen Kamera unbehaglich: Er dreht den Kopf nach links, nach rechts, schlielich ghnt er.

Auf den Bildern unten wird in einer Hundegruppe beschwichtigt. Wie auch auf den Bildern zuvor sieht man, dass Beschwichtigungssignale hufig miteinander kombiniert werden: Collie-Dame Lana wendet den Kopf von Border Collie Coda ab nach hinten - dort wendet sich Beagle Asta ab. Dann dreht Lana ihren Kopf wieder nach vorne. Jetzt beschwichtigt Coda durch Ghnen - Asta hingegen dreht sich wieder um.

 

 

  Sich abwenden / sich mit dem Rcken zum Hund oder Menschen stellen

Hunde beschwichtigen uns Menschen und ihresgleichen, indem sie sich umdrehen und ihrem Gegenber den Rcken zudrehen. Beagle Asta und Labrador Oscar zeigen dies auf dem unter "Ghnen" aufgefhrten Bild. Einige Hunde drehen sich bei der Begrung ihrer Menschen um und strecken ihnen ihren Rcken entgegen.

 

  Verlangsamung von Bewegungen

Vielleicht kennen Sie die Situation ja: Sie gehen morgens mit Ihrem Hund spazieren, haben es eigentlich eilig und sind mit Ihren Gedanken vielleicht schon bei der Arbeit. Weil alles ganz schnell gehen muss, rufen Sie Ihren Hund - er soll sich mal ein bisschen beeilen. Doch was tut dieser? Trdelt noch mehr rum, kommt gaaaanz langsam auf Sie zu. Oder folgende Situation: Sie sind auf dem Hundeplatz und zeigen mit Ihrem Hund das bislang Gebte. Sie sind ein wenig nervs, weil alle zuschauen und Sie schlielich beweisen wollen, dass Ihr Hund seine neue Aufgabe beherrscht. Sie sagen "Platz" - und statt sich blitzartig in seine Position zu begeben, legt sich Ihr Hund im Schneckentempo hin, gaaaanz langsam. Oder er steht pltzlich wie angewurzelt da, bewegt sich keinen Millimeter mehr, whrend Sie gereizt auf ihn einreden. Das, was wir in all diesen Fllen sehen, ist ein gut gemeinter Beschwichtigungsversuch unseres Hundes. Er merkt es an unserer Stimme und an unserer Krperhaltung, dass wir angespannt sind - und versucht seinerseits alles, um die Situation zu entspannen. Leider missverstehen wir Menschen das oft grndlich: "Warum um Himmels Willen ist der Hund so langsam, wenn es darauf ankommt?" Sein Beschwichtigungsversuch wird von uns als Ungehorsam, Ignoranz oder "Dominanz" interpretiert. brigens: Untereinander zeigen Hunde dieses Beschwichtigungssignal ebenfalls. Sie erstarren frmlich in ihrer Bewegung, um ihr Gegenber zu beschwichtigen - so wie der Beagle links auf dem Bild. Dazu wedelt er noch - vermutlich ebenfalls, um zu beschwichtigen.

 

  Sich ruhig hinsetzen oder hinlegen

Wenn in der Hundegruppe einem der Beteiligten das Spiel zu wst wird oder ein Artgenosse allzu strmisch des Weges kommt, setzen oder legen sich Hunde hufig ganz ruhig hin. Die beiden Minis auf den unteren Bildern sitzen oder liegen ganz still, whrend die greren Hunde Kontakt aufnehmen.

 

  Am Boden schnffeln

Wieder ein Beschwichtigungssignal, fr das Hunde hufig bestraft werden. Sie erinnern sich an unser Szenario beim Herbeikommen? Sie rufen etwas ungeduldig, Ihr Hund kommt im Schneckentempo, um Sie zu beschwichtigen - und es kann gut sein, dass er dabei auch noch auf dem Boden schnffelt. Einige Hunde tun dies auch, wenn sie beim Training mit ihren Menschen berfordert werden. Wir Menschen werten das hufig als Ungehorsam oder Unkonzentriertheit. Hunde beschwichtigen auf diese Weise auch beim Aufeinandertreffen mit anderen Artgenossen, wie auf den beiden Bildern unten zu sehen ist. Die beiden Beagles auf dem linken Bild wenden dem Kontakt aufnehmenden Artgenossen auerdem ihr Hinterteil zu.

 

  Vorderkrper-Tiefstellung

Was aussieht wie eine typische Spielaufforderung oder eine Verbeugung, ist oft ebenfalls eines der "Calming Signals". Auf unserem Bild deutet Mcke an, dass sie sich im Moment in ihrer Trainingseinheit berfordert fhlen knnte.

 

  Die Pfote heben

Beagle Asta fhlt sich nicht wohl auf der umzunten Hundewiese und steht an der Tr. Gleichzeitig wird sie von einem Artgenossen beschnuppert. Sie kann nicht ausweichen, wendet jedoch den Blick ab und hebt ihre Pfote.

 

  Einen Bogen laufen

Hfliche Hunde machen umeinander einen kleinen Bogen, bevor sie sich beschnffeln. Sie gehen niemals direkt aufeinander zu. Die Beagles auf den beiden Bildern zeigen, wie es funktioniert. Durch das Bogen Laufen beschwichtigen unsere Hunde auch uns Menschen - und werden hufig grndlich missverstanden. Wenn unser Hund nicht schnurstracks auf uns zu kommt, wenn wir ihn rufen, sondern einen Bogen schlgt, werten wir das hufig als Provokation.

 

 

  Splitten

Wenn zwei Hunde oder Menschen zu nahe beieinander sind, knnte dies aus Sicht des Hundes in einen Konflikt mnden. Um dies zu vermeiden, versucht der Hund, zu "splitten", sich also zwischen Hunde oder Menschen zu stellen. Wer eine Welpengruppe organisiert, wei, welch eine Hilfe ein sozial kompetenter erwachsener Hund sein kann, der sich zwischen zwei all zu wild spielende Welpen stellt. Gesplittet wird unter Umstnden aber auch, wenn sich zwei Menschen umarmen oder eng nebeneinander auf dem Sofa sitzen. Wenn der Hund sich dann dazwischen schiebt, hat dies nichts mit Eifersucht oder gar "Dominanz" zu tun.

 

  Pinkeln

Einige Hunde nutzen auch das Pinkeln als Calming Signal. brigens: Entgegen der landlufigen Meinung geschieht das hufige Pinkeln von Hunden nicht, weil sie nur "markieren" wollen. Oft ist es so, dass eine Vielfalt von Gerchen den Hund aufregt - und genau wie uns Menschen schlgt auch ihm Aufregung auf die Blase. Wenn mehrere Hunde zusammen kommen und das Zusammensein genieen, veranstalten sie hufig eine regelrechte "Pinkel-Party": Einer fngt an, die anderen machen mit - ein echtes gesellschaftliches Ereignis also. Der Beagle in unserer Bildreihe soll fr eine Tiervermittlungs-Webseite fotografiert werden. Er hat bereits ein paar Tage im Tierheim gesessen und ist entsprechend gestresst. Dann soll er auch noch eine gute Figur machen und in die Kamera gucken. Der Beagle zeigt eine Vielzahl von Beschwichtigungssignalen: Er zngelt, er schnffelt am Boden, er wendet seinen Kopf und seinen Krper ab, er hebt seine Vorderpfote - und er pinkelt.

 

 

Beschwichtigungsignale erkennen und selbst anwenden - der praktische Nutzen

Was bringt uns nun das Wissen ber Beschwichtigungssignale?

  Beschwichtigungssignale fr ein besseres Verstndnis

Vielleicht geht es Ihnen hnlich wie uns: Wenn Sie die Beschwichtigungssignale kennen, erscheint es Ihnen, als knnten Sie in Ihrem Hund lesen wie in einem offenen Buch. Sie erhalten zu jeder Zeit Auskunft ber seine Gefhlslage. Sie sehen pltzlich, was in der Begegnung mit anderen Hunden tatschlich "abluft". Sie sehen auch, wie sich andere Hunde fhlen und welche Signale sie an ihre Besitzer senden - das ist brigens nicht immer schn... Vielleicht wird so manch ein Missverstndnis zwischen Ihnen und Ihrem Hund bereinigt, denn Sie wissen nun, dass es fr Ihren Hund wichtiger ist, Konflikte zu lsen und seine Menschen zu beschwichtigen, als um jeden Preis "gehorsam" zu sein.

 

  Beschwichtigungssignale unter Hunden: hchst wnschenswert

Freuen Sie sich, wenn Sie einen Hund haben, der im Umgang mit anderen Hunden viele Beschwichtigungssignale anwendet! Geben Sie ihm genug Freiraum, diese Signale auch zu zeigen und beobachten Sie die faszinierende Bandbreite der Kommunikation, die sich dadurch ergibt.

 

  Beschwichtigungssignale als Informationsquellen: Situationen entschrfen

Im Umgang mit Ihnen sind die Beschwichtigungssignale wichtige Informationsquellen: Finden Sie heraus, in welchen Situationen Ihr Hund Ihnen gegenber Beschwichtigungssignale anwendet! Er teilt Ihnen mit, wann es ihm unbehaglich ist und was ihn beunruhigt. Nutzen Sie dieses Wissen, Ihrem Hund das Zusammenleben mit Ihnen noch angenehmer werden zu lassen, indem Sie Situationen, in denen Ihr Hund beschwichtigt, bereinigen. Er wird sich bei Ihnen noch wohler fhlen, wenn Sie als liebevoller Chef Ihres gemischten Rudels darauf bedacht sind, stressige Situationen von ihm fern zu halten.

Wer auf Beschwichtigungssignale achtet und seinem Hund aus ihn beunruhigenden Situationen heraus hilft, kann vielen Problemen vorbeugen. Als Beispiel sei hier nur der Umgang mit Kindern genannt: Mit Sicherheit wren viele so genannte "Beiunflle" vermeidbar, wenn mehr Augenmerk auf das gelegt wrde, was der Hund von sich gibt: Ein Hund wird, wenn er bedrngt wird, zunchst Beschwichtigungssignale aussenden. Werden diese nicht beachtet und hat er keine Mglichkeit, sich aus der Situation zurck zu ziehen, wird er als nchstes distanzvergrernde Signale zeigen. Er knurrt dann, zum Beispiel. Fruchtet auch dies nicht und und hat er keine Chance, der Bedrngnis zu entfliehen, gibt es fr ihn nur die Mglichkeit, sich durch Schnappen oder sogar Beien aus der Situation zu befreien.

Aber es muss nicht gleich so dramatisch kommen. Vielleicht knnen Sie Ihrem Hund schon damit einen Gefallen tun, indem Sie ihn nicht ganz so fest knuddeln, sich nicht so hufig ber ihn beugen oder ihm nicht direkt ins Gesicht schauen, wenn ihm das unheimlich ist. Vielleicht hilft Ihnen das Wissen um die Beschwichtigungssignale auch im Training mit Ihrem Hund. Er sagt Ihnen, wann es ihm zu viel wird, und Sie knnen darauf reagieren.

 

  Beschwichtigungssignale selbst anwenden!

Calming Signals sind nicht nur Informationsquellen, auf die wir Menschen reagieren knnen. Wir knnen sie als wichtiges Kommunikationswerkzeug auch selbst einsetzen:

Begegnen Sie einem Hund, der Ihnen gegenber offensichtlich unsicher ist oder den Ihre Gegenwart beunruhigt, knnen Sie ihn beruhigen, indem Sie nicht direkt auf ihn zugehen, ihm nicht direkt in die Augen schauen, sich zur Seite drehen oder sogar ganz abwenden. Der Hund wird das verstehen und darauf reagieren.

Wenn Sie selbst ghnen, kann das Ihren eigenen Hund beruhigen, wenn er sich ngstigt.

Gehen Sie mit einem Hund Spazieren, der ein Problem mit anderen Hunden hat, so erleichtern Sie ihm die Begegnung mit Artgenossen, indem Sie mit Ihrem Hund gemeinsam einen Bogen um diesen herum schlagen. Ihr eigener Hund kann damit die Distanz einhalten, die er zu anderen Hunden braucht, und der andere Hund wird dieses Signal verstehen. Gut mglich, dass er seinerseits mit Beschwichtigungssignalen antwortet, was die Situation weiter entspannt.

In hnlichen Situationen knnen Sie sich auch das "Splitten" zunutze machen: Wenn Sie zwischen Ihrem Hund und dem anderen gehen, erleichtern Sie das aneinander vorbei Gehen. Gehen Sie mit zwei angeleinten Hunden spazieren, die sich nicht verstehen, so hilft es ihnen, wenn beim Spaziergang zunchst mehrere Menschen zwischen ihnen laufen.

Die Mglichkeiten, praktischen Nutzen aus dem Einsatz von Beschwichtigungssignalen zu ziehen, sind vielfltig. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

 

 

Mehr Wissen ber Beschwichtigungssignale

Dies soll nur ein kleiner Einblick in die faszinierende Welt der Hundesprache sein. Glcklicherweise hat Turid Rugaas ihr Wissen in Form eines Buches (mittlerweile in 14 Sprachen bersetzt!) und eines Videos allen Hundebesitzern zugnglich gemacht. Beide sind absolut empfehlenswert:

    Turid Rugaas: "Calming Signals. Die Beschwichtigungssignale der Hunde"
    (animal learn Verlag 2001, ca. 19,- ,
    zu beziehen ber http://www.animal-learn.de/ oder unter Angabe der ISBN 3-936188-01-7 ber den Buchhandel)

    "Calming Signals. Die Beschwichtigungssignale der Hunde. Ein Film mit Turid Rugaas"
  
 (animal learn Verlag, ca. 36,- , zu beziehen ber http://www.animal-learn.de/)

Turid Rugaas hat ebenfalls eine eigene Webseite. Unter http://www.turid-rugaas.no/ gibt es auch eine englischsprachige Version ihrer Homepage.

Ein weiteres vielversprechendes Buch, das seinen Schwerpunkt auf den praktischen Einsatz von Calming Signals legt, ist fr Sommer 2003 angekndigt. Es enthlt bungsanleitungen fr Beschwichtigungssignale im Alltag in unterschiedlichen Problemstellungen:

    Clarissa von Reinhardt, Martina Nagel: "Calming Signals Workbook"
    (animal learn Verlag, demnchst zu beziehen ber http://www.animal-learn.de/

 

Quelle: www.spass-mit-hund.de



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